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Expedition in die Dunkelheit – unser Blog aus Spitzbergen
Während der Norden Deutschlands Mitte Januar im Schneechaos zu versinken drohte, machten sich Forschende des Max-Planck-Instituts für Marine Mikrobiologie auf den Weg in noch winterlichere Gefilde: nach Spitzbergen. Die zu Norwegen gehörende Inselgruppe liegt weit oben im Arktischen Ozean, wo der Winter besonders dunkel, kalt und eindrucksvoll ist.
Das Team rund um Projektleiterin Katrin Knittel,das sich nun in den hohen Norden gewagt hat, interessiert sich insbesondere für das Leben von Bakterien in sandigen Küstenböden (Küstensedimenten) und ihre enge Verbindung zum darüberliegenden Wasser. Aus früheren Expeditionen kennen die ForschendenProbennahmestellen im Isfjorden auf der Westseite der Insel, die sie nun erneut besuchen werden. Um dahin zu gelangen und Proben zu nehmen, nutzt das Team aus Bremen das altgediente kleine Forschungsschiff MS Farm, das schon länger durch das Polarmeer fährt als der berühmte Eisbrecher Polarstern.
Arbeit unter buntem Himmel
Aktuell herrscht auf Spitzbergen die Polarnacht. Licht ist allenfalls vom Mond zu erwarten – oder von Polarlichtern. Diese auch als Aurora borealis bekannten Lichter entstehen, wenn elektrisch geladene Teilchen der Sonne auf Gasteilchen in der Erdatmosphäre treffen. Je nach Gasart leuchtet der Himmel dann grün, violett oder rot. Manche Polarlichter sind sehr ruhig, andere wirken wie ein phantastisches Feuerwerk. Unsere Forschenden hatten in den ersten Tagen der Expedition gleich mehrmals das Glück, Polarlichter bestaunen zu können. „Immer wieder strahlen die bunten Lichter. Es ist der ganze Himmel voll: Vor uns, über uns, hinter uns – egal, wohin man blickt. Das ist wirklich sehr eindrucksvoll“, berichtet Knittel. „Den einen Tag tanzten die Lichter über den Himmel, den anderen Tag waren sie eher ruhig. Mal in vielen Farben und dann wieder so, dass sich der gesamte Himmel rosarot färbte.“
Bakterien im Wandel der Jahreszeiten
So groß die Bewunderung für dieses Naturphänomen auch ist, im Mittelpunkt der Reise steht die Forschung. Knittel und ihr Team nehmen Proben vom Meeresboden und aus dem Meerwasser, um die darin lebenden Bakterien zu untersuchen. Dabei werden u. a. die Auswirkungen der Jahreszeiten und die damit verbundenen Veränderungen im Nährstoff- und Partikeleintrag in den Meeresboden untersucht. Schon seit Jahren beobachten Forschende unseres Instituts bei Bakterien im Wasser (Bakterioplankton) in der Deutschen Bucht vor Helgoland deutliche jahreszeitliche Veränderungen der bakteriellen Gemeinschaften und ihrer Funktionen.Solche saisonalen Anpassungen auch bei den Bakterien des Meeresbodens nachzuweisen ist deutlich schwieriger. Spitzbergen liegt auf 78 Grad Nord und bietet mit drei Monaten Polarnacht im Winter und Rund-um-die-Uhr-Tageslicht im Sommer ideale Bedingungen, um diese Fragestellung zu untersuchen. Hinzu kommt, dass ein Ausläufer des Golfstroms und der fortschreitende Klimawandel den Isfjorden ganzjährig eisfrei halten.
Biologische Filter
Und warum interessiert uns das? Sandige Küstensedimente sind für die globalen Stoffkreisläufe sehr wichtig. Dort wird organisches Material, das von Algenblüten im Wasser oder aus Flüssen stammt, sehr effizient von Bakterien abgebaut. Die Küstensande wirken so wie große biologische Filter, die das Meer reinigen. Durch die Mineralisierung wird ganzjährig Biomasse zu Nährstoffen zerlegt, die zusammen mit Sonne, Wasser und Kohlendioxid die Grundlage für die Photosynthese bilden. So werden die biogeochemischen Kreisläufe geschlossen und die Grundlagen für das Leben erhalten.
Spannende Aussichten
Im Jahr 2026 planen Knittel und ihr Team insgesamt fünf Expeditionen nach Spitzbergen. So können sie Proben und Daten aus allen Jahreszeiten sammeln.
Wir werden weiter berichten, wie es den Polarforschenden dabei ergeht!
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Kontakt
Projektleiterin
MPI für Marine Mikrobiologie
Celsiusstr. 1
D-28359 Bremen
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Pressereferentin
MPI für Marine Mikrobiologie
Celsiusstr. 1
D-28359 Bremen
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